Dekorieren KUNST Fotografie

Dekorieren & Kunst & Fotografie & Lebensart& Reisen & Kirche und Gesellschaft& Natur& schönes NRW & Weltgeschichte & Städte & Geschichten und Literatur &





Freitag, 24. Juni 2016

armenien. die aprikosen aus dem paradies

Map of the Historical defence at Musa Dagh, 1915ein Paradies der Früchte- Armenien- nicht nur Granatäpfel sind die < Landesfrucht< , auch die Aprikosen wachsen hier wie im Paradies, nicht umsonst ist die Farbe der Aprikosen mit in der Nationalflagge
einen TV- Bericht gab es auf Arte :

http://www.arte.tv/guide/de/044123-000-A/360-geo-reportage



seit einigen Wochen läßt mich das Thema ARMENIEN nicht mehr los- ausgelöst durch die Resolution im deutschen Bundestag zum Thema VÖLKERMORD: - was in Armenien geschehen ist, es ist unfassbar- und je mehr ich eintauche um so größer wird mein Interesse an den dortigen Menschen, an der Religion, an der Kultur, an dem Land, an dem Unrecht, an den kriegerischen Auseinandersetzungen zum Thema Orient und Europa
Sehr vielfältig sind die Themen, auch in der Literatur: zur Zeit lese ich von Franz Werfel das Buch:
die vierzig Tage des Musa Dagh.
Der Autor hat in den 1930er Jahren das Land bereist und  ist entsetzt über die grausame Verfolgung der Armenier durch die Jungtürken, die 1913 geschah; er ist auf der Suche nach Überlebenden um sie über die Ereignisse und Kämpfe zu befragen. Er macht Notizen über die Landschaft und den bedingslosen Widerstand der Armenier.
Dieses läßt er in seinen Roman einfliessen- sein Buch :  die vierzig Tage des Musa Dagh erscheint  1930 und wird in Österreich und in der Schweiz begeistert veröffentlicht und angenommen; in Deutschland ist es verboten
Anders als in dem Roman beschreiben, gibt es bis heute Überlebende dieses Völkermordes- und ich habe großen Respekt vor den Menschen, die ihr Land lieben und nicht weg wollen und von Gräultaten erzählen wie :::

Musa Dagh 2008.jpg
Blick von Vakifli, dem damaligen Antiochia, auf das Mittelmeer und auf die Hänge des MUSA DAGH        


Avedis Demirci, 97 Jahre alt und er lebt in seinem Haus in Vakifli einem noch komplett armenischen Dorf, er erzählt , dass der Autor  Franz Werfel  eine gute Beschreibung abgibt: Vakifli ist eines der  sechs Dörfer, die sich zur Wehr gesetzt haben- die vierzig Tage des Autors waren in Wirklichkeit 52 Tage, bis die Armenier von einem französichen Kriegschiff gerettet wurden. In den anderen Dörfern leben heute hauptsächlich Turkmenen und alevitische Araber.
Mit seiner Frau lebt er in einem kleinen Haus, die Söhne haben den Musa Dagh schon lange verlassen, einer lebt in Istanbul, wie viele andere Armenier auch, die Dorfgemeinschaft klagt über den Wegzug der Jungen. In der Kirche gibt es kaum Besucher, die dreißig Familien füllen den Kirchenraum nicht.
Die Kinder werden oft ins Internat nach Istanbul geschickt- oft kommen sie nicht zurück und gehen ins Ausland- Deutschland

ein ähnliches Schicksal erzählt :
Yeghsabet Simonian, 106: "Hochzeitslieder sind gut für die Seele"
Yeghsabet Simonain, 106 Jahre alt
 sie lebt in ANJAR ,zwischen Beirut und Damaskus gelegen, inmitten von Obstplantagen und Zypressenhaine. Anjar heißt auf arabisch= Quelle, und dort gibt es fruchtbares Land in der kargen Berglandschaft. Hinter dem Hügel liegt Syrien.
Ihr Haus ist in weiches Licht getaucht und sie singt : Hochzeitslieder  "Hochzeitslieder sind gut für die Seele", sagt sie. Mit einem Freund spricht sie einen Dialekt, den nur die 4500 Einwohner von Anjat verstehen. " Das ist Musa Dagh- Armenisch " , die Sprache der Überlebenden und deren Nachkommen aus den sechs Dörfern.
Ihr Dorf Bitias war ihr ZUHAUSE, bis die Soldaten kamen und sie vertrieb , wie Vieh wurde sie und ihre Famile tagelang ohne Rast und Brot über die Straßen gescheucht.
Nach dem Befehl des Jungtürken Kriegsminister ( im Schatten des ersten Weltkrieges) lautete der Befehl " alle Armenier die in der Türkei wohnen werden gänzlich ausgerottet"
53 Tage Widerstand, dann wurden sie gerettet.
Einer der Geretteten, Pastor Digran Andresian, hatte während dieser Zeit Aufzeichnungen gemacht, die dann  Franz Werfel in die Hände bekam


http://www.deutschlandradiokultur.de/der-voelkermord-an-den-armeniern-erschossen-ertraenkt.1278.de.html?dram:article


http://www.armenica.org/history/en/overview/musadagh.html


Aprikosen am Baum
 von diesen köstlichen Früchten und anderen armenischen Geschichten erzähle ich beim nächsten Mal.



Aprikosengrüße ::))

verlinkt zu Samstagsplauch  

Kommentare :

  1. Hallo,
    der Musa Dagh war schon im Bücherschrank meines Vaters, als ich noch nicht auf der Welt war.
    Damit hat sich mein Vater schon beschäftigt. Es ist schlimm, mehr mag ich dazu nicht sagen.

    Aber wenn wir schon mal dabei sind, dann schau doch mal, was die Belgier (Leopold II)im Kongo gemacht haben und und und und und und.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kongogr%C3%A4uel

    Da bekannt sich auch keiner dazu.

    Ich wünsche dir einen schönen Abend.

    Lieben Gruß Eva




    AntwortenLöschen
  2. Danke für diesen Post! Er ist interessant und bewegen und gleichzeitig auch schrecklich - weil die Wahrheit eben oft schrecklich ist.

    Liebe Grüße,
    Veronika

    AntwortenLöschen
  3. Das ist sozusagen dein "Raif". Gut so!
    Ich habe übrigens einen Andres Handatlas von 1905, einen Wahnsinnsschinken. In dem sind ganz, ganz präzise Karten, anhand derer ich das Geschehen im Buch verfolgt habe.-
    Mir ist jetzt allerdings der Brexit total in die Quere gekommen und ich musste heute dazu einen Post für morgen schreiben...
    Bon week-end !
    Astrid

    AntwortenLöschen
  4. Es ist immer wieder erschreckend, was. In dieser Welt vorgegangen ist. Und noch vorgeht. Dieses leugnen ist ebenso schlimm... Kann es denn keiner zugeben?
    Schreibe ruhig mehr darüber.
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen