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Samstag, 2. Juli 2016

geschichten.armenien



Es gibt Geschichten zum Schmunzeln, und es gibt Geschichten die sehr hart sind und doch von Mut und Heimatstolz erzählen. Und da bin ich wieder - in Armenien, ich lerne so viel über diese Menschen dort und spüre wie ich immer mehr in dieses Land eintauche.  Bei vielen Erkundigungen über Land und Leute und Geschichte, von grauenvollen und leidgetragenen Fotos, will ich doch -  aufmerksam machen, was war- und immer noch geschieht!!!
Ein Bericht aus : CHRIST UND WELT  gab mir einen Wegweiser: einige Stellen haben ich von MICHAEL H. MEIER einfliessen lassen.

Es gibt eine alte  Bäuerin, die zu den Christen bis heute Ungläubige sagt, oder einen Symapianten der bei der kurdischen PKK ist, dessen Vater im ersten Weltkrieg einen Armenier retten wollte, ihn aber aus Versehen tötete. Es gibt eine Anwältin deren Großmutter kurz vor ihrem Tod erzählte, dass sie Armenierin ist und als Kind aus der Familie genommen wurde.
Oft sind bei den Menschen erst Mistrauen zu spüren, doch wenn sie einmal Mut gefasst haben ,erzählen sie ihre Geschichten.

Ich glaube ,auch heute wird noch viel zu wenig über die Opfer gesprochen. Viele Armenier sind gestorben, 1915, sie wurden erschossen, erschlagen verhungerten und verdursteten auf den Todesmärschen in die Syrische Wüste. Eineinhalb Millionen Menschen, so hoch wird der Genozid geschätzt. Wer diese grauenvollen Bilder und Geschichten sieht und liest kommt nicht mehr davon los-
 http://www.spiegel.de/politik/ausland/voelkermord-an-den-armeniern-geschichte-des-grauens-a-1095444.html

Bis heute prägt der Genozid  die  Kultur und nationale Befindlichkeit, in Armenien und weltweit in den verstreuten Diasporaren.


 
 armenische Frau in Landestracht 1912


So  erzählt Medine Kaya -sie lebt weit weg - in Ostanatolien und die Grenze zu Armenien ist in Sichtweise, diese Grenze ist geschlossen. Sie reicht dem Reporter Meier warmes Brot und lächelt und möchte  nicht  fotografiert werden. Auf ihrem Hof neben dem einstöckingen Haus steht eine imposante, armenische Kirchenruine




https://simplyanothergreenblog.files.wordpress.com/2014/06/img_3338.jpg

Zeugen der Vergangenheit: Friedhöfe, alte Kirchenruinen, alte Häuser

                                                   
die Kirchenruine ist heute Lager für Tierfutter und Zement. Diese Ruine gehörte früher den < gavur<, den Ungläubigen, so nennt man hier die Christen. Weit über die Ebene kann man schauen und erkennt den ARARAT, die Armenier nennen ihn Masis, und er liegt seit 1923 auf türkischem Gebiet. Und dennoch haben die Armenier den Ararat  zu ihrem Wappensymbol gemacht.- das gab Ärger mit der Sowejtunion und dem türkischen Außenamtschef.



 

 das Wappen von Armenien


die Armenier sind ein stolzes Volk, sie sind und bleiben ihrer Heimat aufs Tiefste verbunden- bis heute- das können sie auch, ist doch ( angeblich die Arche Noah auf dem Arart gestrandet) und die alten Armenier verehren den Ararat als den Sitz der Götter-  Wo gibt es in Europa ein Volk das sein Land schätzt und ehrt und mit Gerechtigkeit bereichert ?? Im Gegenteil- erst wird  eine Wahl ausgerufen und dann wird diese nach ein paar Wochen angezweifelt! Oder- es wird eine Volkabstimmung abgehalten um diese dann als nicht richtig anzusehen !!!
  
Was heute den Osten der Türkei bildet ,war früher über Jahrhunderte umkämpftes Gebiet : Osmanen, Armenier, und Russen und Kurden führten hier Kriege.
 http://www.ard.de/home/wissen/Voelkermord_an_den_Armeniern___Spezial_Erster_Weltkrieg/1968998/index.html

Vor allem im ersten Weltkrieg gab es blutige Aufstände, auch mit der Beteiligung der Deutschen und die Grenzstreiterein dauerten bis in 1950er Jahre, beziehungsweise bis heute gibt es geschlossene Grenzen. Das ist für uns Europäer doch eigentlich kein Thema mehr,??!!  und doch ist es bei der Flüchtlingsdramatik geschehen, für mich unvorstellbar!!
In Armenien ist die Ostseite " gut gesichert", die Russen lassen es sich nicht nehmen die Verbündetetn Armeniens sowie zum Iran die Grenze zu überwachen.

 Und doch gibt es Geschichten die erfreulich sind: so ununlässig  ist die Grenze nicht! Männer  aus der Türkei und Armenien sitzen fröhlich zusammen und angeln. Der offizeillen Feindschaft zum Gegenssatz: man trinkt Tee und schenkt sich einander Obst und Gemüse und spielt miteinander




Bild von Markus Denzer

Und doch erzählen sie sich auch grauenvolle Familiengeschichten; wie Saiz ,ein alter Mann:" mein Vater Yusuf brachte seinem armenischen FReund Vartan, der sich versteckt hatte , nachts immer Wasser und Essen. Einmal konnte er das nicht selbst erledigen und schickte zwei Männer die helfen sollten, doch die Beiden brachten den Armenier um und sagten nicht. Als sie zurückkamen erzählten sie nichts, doch die gestohlene Zigarettenspitze verriet sie und er stellte sie zur Rede,da gaben sie es zu!"
" Es war Krieg, jeder hat jeden umgebracht!", sagt einer und- mit Schuldbewußtsein :" mein Großvater war bei den Hamidiye-Regimentern, natürlich ist mir klar, was er getan hat."





Foto von Ruth Aping

Es bereitet mir Freude  mich mit diesem von mir noch nicht bereisten und  so nicht vertrautem Land und den Geschichten der Menschen und   der Kultur auf eine innere Reise zu gehen. Das Schicksal dort berührt mich sehr, ein bisschen möchte ich davon weiter geben; und wer von euch Lust hat, darf mir gerne schreiben und mir erzählen was er über Armenien weiß.-
Es gibt viel Unrecht und Schicksale auf unserer Welt, viele sind menschengemacht und darüber nachzudenken ist für mich ein >Auftrag<  
Ich spreche für Armenien !! 



Samstagsgrüße ::))


verlinkt zu : Samstagsplausch

























                               




Kommentare :

  1. ich habe Deinen Post mit großem Interesse gelesen, vielen Dank!
    liebe Grüße
    Gerti

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  2. Da hast du ja dein Thema gefunden! Das finde ich toll in einer Bloggerwelt, die ja doch oft flach und oberflächlich bleibt. Meine Tochter hat übrigens in Lausanne im Schüleraustausch bei einer armenisch - rätoromanischen Familie gelebt und dort viel erfahren.
    Was ich immer sehr schlecht finde ist, dass über diese grausamen Erfahrungen nicht geredet wird gegenüber den Nachkommen. Das ist ja bei uns hier nach dem 3. Reich der Fall gewesen oder bei der Vertreibung der Russlanddeutschen unter Stalin, als der Angehörige dieser Volksgruppe einfach deportiert, in der kasachischen Wüste ausgesetzt hat & verhungern ließ. Nachfahren dieser Menschen, inzwischen in der BRD ansässig, schämen sich nicht, in Putin einen ihrer Interessenvertreter zu sehen und Frau Merkel "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" in der Flüchtlingsfrage vorzuwerfen ( so erlebt in Regensburg ). Geschichtsvergessenheit ist ein echtes Übel.
    In diesem Sinne: Weiter machen!
    Astrid

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  3. Es wird gerne schnell vergessen. So ist es gut, wenn da jemand ist, der daran erinnert...
    Liebe Grüße
    Andrea

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