schulanfang

lange ist es her- und doch weiß ich noch einiges zu diesem Tag; nein es war keine große Familienfeier so wie es heute zelebriert wird: ein bisschen schick angezogen, den neuen Ledertournister auf den Rücken und los gings auf kurzem Fußweg zur Michaelschule, eine konfessionelle Volksschule. Man schrieb den 27. April 1954.







die liebe Astrid von Le Monde de Kitchi  hat wieder eine Linkparty gestartet dieses mal: zum Thema Schulanfang






Mein Vater hatte an diesem Tag frei- glaube ich- denn er war mit zur Schule. Ob es vorher einen Gottesdienst gab weiß ich nicht mehr, ich kann mich an den Klassenraum erinnern und wo ich zuerst gesessen habe. Beeindruckt haben mich die großen Landkarten die an den Wänden hingen.
Nach der Begrüßung des Klassenlehrers Herrn Schütten haben wir sofort einen Satz gelerntFIFI LAUF Eine große Familienfeier gab es nicht- meine Oma kam auf Grund der Anreise nicht.
Die Schultüte gab es erst nach der ersten Unterrichtsstunde, so war eine  < Konkurenz< gar nicht möglich. Gut so!!
Der Tournister war aus braunem Leder und ich fand ihn toll. ( ich hätte ihn heute noch gerne)











Den Weg zur Schule machte ich ab dem zweiten Tag allein- ich konnte und wollte das so!!
Gelernt habe ich gerne: ohne Tafel und Kreide ging es direkt ins Heft Angangs mit Bleistift und dann mit einem Füller von Geha !!.- Die Ganzheitsmethode war gerade eingeführt, und so lernte ich in Wörtern und Sätzen zu schreiben- mit  der normalenlateinischen Schrift.
https://www.amazon.de/ersten-Leseunterricht-ganzheitlicher-Grundlage-Ausgabe/dp/B00IZBLTZG/ref=sr_1_8?ie=UTF8&qid=1
 














Das Mädchengymnasium lag gleich um die Ecke, dort habe ich Rollschuhfahren gelernt!
Als
weiter später  der Schulzeit   anstand , ob Gymnasium oder  Realschule, war auch ein Umzug in einen anderen Stadtteil angesagt. So blieb ich auf der Volksschule und zog ohne Abitur ins Leben. Zwischenzeitlich habe ich diesen Entschluss bereut, aber mein Leben in Sachen Schule und Lernen wurde durch die Ausbildung zur PKA ( pharmazeutische kaufmännische Angestellte) nicht geschmälert, ich war gerne in der Apotheke.Und da ich ein Naturkind war und bin, gab es bei den Pfadfindern eine andere Art des < Lernens<, nämlich Biologie, Erdkunde, Physik in der Praxis.





in Anlehnung an meinen Schulranzen habe ich mir vor einigen Jahren in Rom diese Aktentasche gegönnt, der Ledergeruch von damals war sofort in meiner Nase, genauso wie der Bohnerwachsgeruch in den Schulfluren. An Lehrpersonal kann ich mich an freundliche Lehrer/innen erinnern, die mit Herzblut uns etwas gelehrt haben. Meine Schulbücher habe ich nicht mehr, manchmal bedauere ich das- es wäre bestimmt spannend einen Vergleich herzustellen zur heutigen Schul- und Lehrmethode.
Auch die Tournisterformen sind in den 80ern deutlich < moderner< geworden ::))





eine weitere Ausbildung hat mir keine neue Schultüte gebracht. Für die Kindergartenlaufbahn gab es viele pädagogische Handbücher und Lehrbücher, auch viel Didaktik gab es zu erlesen,  Süßigkeiten der besonderen Art waren da: Zaubergetränke mit Nebenwirkungen!! ))



Ein großer Sprung von der Schulzeit in meinen Jahren- bis über die Zeit unserer Großen-  hin zu den Schulanfängen der Enkelkinder : soviel Gutes und pädagogisch Wertvolles bis  zu unnützen Diskussionen über ständige Änderung der Lehrmethode ::)) gab und gibt es.
Da freue ich mich wenn  ich bunte Lesebücher und 1. Schuljahrlernhefte sehe, die ich mit den Kleinen in der Freizeit oft spielerisch zum Einsatz bringe. Da  gibt es viel Schönes in den Buchhandlungen:


aus dem Buch: Schule ist Wahnsinn, auch schon ein bisschen älter







auch heute mache ich gerne neue < SCHULanfänge<, indem ich Fortbildungen in Kunstgeschichte und  Kirchenrecht, sowie in theologischen Bereichen besuche. Immer spannend !!


ein Familienmitglied hat den Schulanfang noch vor sich:  da wird Leo Lausemaus mal vorbei schauen.
Mein Baumeister ist in unserer Gemeinde bei der Hausaufgabenbetreuung dabei- Lernen ist heute komplizierter sage ich mal, die Kinder haben kaum Zeit sich den Aufgaben zu widmen.
Da lobe ich doch die < gute alte< Schulzeit, mit Heiligenbildchen und Fleißkärtchen und Strafarbeiten  ::))






alltagsgrüße  ::))




Kommentare

  1. Dass schon in den Anfangsjahren der Republik so eine Methodenvielfalt geherrscht hat, überrascht mich jetzt: Die Ganzheitsmethode hätte ich erst in den Sechzigern verortet.
    Und du scheinst ja mehr Bücher für jetzige Schulanfänger zu haben als ich ( gut, ich habe meine entsprechende Bibliothek in den vergangenen Jahren aufgelöst und zur Bücherbude gebracht... )
    Danke fürs Mitmachen!
    Herzlichst
    Astrid

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  2. Ja hallo, das ist ja fein.

    Ich bin an Ostern 1955 eingeschult worden, da sind wir ja fast gleich alt.
    Sehr schön.

    Gerade bin ich auf der Suche nach meiner alten Schulfibel und habe sie auch gefunden, ich muß noch ein bisschen was zusammentragen, dann mache ich auch mit. Ja und mein altes Schulhaus, das ist heute ein Museum, das besichtige ich am nächsten Sonntag und da freue ich mich auch drauf.

    Es ist so schön, nach all den Jahren das nochmals miterleben zu dürfen.

    Hab einen schönen TAg und einen lieben Gruß Eva

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  3. schöne Erinnerungen ;)
    dass es verschiedenen Schreibschriften gab wußte ich gar nicht
    ich habe immer nur eine geschrieben ;)
    Einne braunen Tornister hatte ich auch
    und irgendwo auch noch alte Schulbücher
    da ich vieles aber bei meiner Tochter untergestellt hatte und die mehrmal umgezogen ist
    ging doch Einiges verloren
    liebe Grüße
    Rosi

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