wenn. nicht.jetzt.WANN - Buch




Wenn nicht jetzt, wann dann???
Dieser Satz ist bekannt aus einem Kölner Lied, von den Höhnern gesungen-
aber dieser Text ist viel viel älter und er stammt aus dem TALMUD, also dem ältesten jüdischen Schriftwerk


Der Talmud enthält keine biblischen Gesetzestexte, die sind in der Torah  aufgeschrieben, der Talmud zeigt  auf, wie diese- die jüdische- Religion in der Praxis und im Alltag von den Rabbinern verstanden und aufgelegt  wird
und jetzt sage ich warum ich darauf aufmerksam geworden bin, einmal mit dem Besuch der SYNAGOGE  in Essen, begleitet von ein jüdischen Frau aus Jerusalem
und
durch ein Buch, dass ich von einer Freundin empfohlen bekommen habe: UN ORTHODOX ,

ein Buch von Deborah Feldman, einer jungen Frau, die in New York in einem Ortsteil von Brooklyn geboren wurde und in einer der strengsten jüdischen Gemeinden aufwuchs, der chassidischen SATMER, einer ultraorthodoxen, sektenhaften jüdischen Gemeinde

Das es ultraorthodoxe Juden gibt, die streng nach ihren Vorschriften leben, dass wußte ich!! Aber das, was Deborah Feldman in ihrem Buch erzählt ist unglaublich.
Mich hat ihre Art des Schreibens eines unfreien Lebens als Kind und Jugendliche der jüdischen Gemeinde fasziniert- sie schreibt ehrlich und schonungslos, und doch nicht vorwurfsvoll, sie ist und war zeitlebens auf der Suche nach Freiheit und Selbstbestimmung und so kam sie an ihre Grenzen und ihre Zweifel wuchsen ins Unermessliche, ihr Glaube an Gott und den so mächtigen Rabbinern in ihrer Gemeinschaft war erschüttert
das Leben mitten in NY, der freien Stadt, kannte sie nur aus ihrer Sicht- religiöse Gesetze  die nicht von Gott gewollt sondern von den strengen Rabbinern gelehrt wurden.Armut, Unterdrückung der Frau,Zwangsehe, Bestrafung beim Aufdecken von Verbotenen ( unerlaubte weltliche Literatur)


Was Deborah aus der Geschichte  für sich und ihren Sohn mit  in die Freiheit genommen ist- immer bei sich und den eigenen Gedanken bleiben und mutig werden gegen eine Gemeinschaft und auch wie in ihrem Fall  sich gegen die Familie entscheiden.
Sexualität, Kindesmissbrauch, Frauenfeindlichkeit, Unterdrückung, nur eine eingeschränkte Schulbildung, Zwangsglaube, alle diese wichtigen Menschenrechte sind in ihrer Familie nie ein Thema für Aufklärung gewesen. Das hat sie seeelisch und körperlich krank gemacht- und dann begann der Prozess sich frei zu machen.
aus dem Buch:
Chassisiscche Menschen  sagen immer, sie seien bekannt ,dass sie Mitgefühl für ihre jüdischen Mitmenschen haben. Was für eine  großzügige Form des Mitgefühls das doch ist, wenn es so einfach auch für Menschen gelten kann, die sich schrecklicher Verbrechen schuldig gemacht haben. Und doch ist das genau die Art von Liebe, die die Chassidim beteuern, füreinander zu empfinden, eine Liebe, die keine Unterschiede macht, eine Liebe, die nicht gerechtfertigt werden muss. Gerechtigkeit ist nach Ansicht der Gemeinde eine über irdische Angelegenheit; unsere Aufgabe ist es eine nur,so harmonisch wie möglich miteinander zu leben.
Alles was ihr also von den anderen erwartet das tut auch ihnen, und wenn der andere seinen Teil des Deals nicht einhält, dann lass Gott den Rest erledigen. 

Seite 294 bis 295 in einer Meinungsverschiedenheit mit ihrem Ehemann über das Thema Kindesmissbrauch


diese große Gruppe der Chassidim ,die aus Satu Mare (heute Rumänien) nach New York übersiedelten,  haben sich nach dem Nationalsozialismus reorganisiert und haben die strengsten Auflagen- sie sind Gegner des Zionismus, sie sind  Befürworter für die Weiterpflanzung  ihrer Nachkommen, die Hitler vernichtet hat- deshalb ist bei Satmer die höchste Kinderzahl, was sie für sich als Rache bezeichnen

 Foto: Heide Schiffer©                  Synagoge in Worms

das Buch von Deborah Feldman empfehle ich sehr, es ist erschienen als 6. Auflage im btb Verlag als genehmigte Taschenbuchausgabe 2017
ich habe es selbst gekauft und bezahlt

wer sich für die Verschiedenheit der Religionen interessiert findet in diesem Buch viele Gemeinsamkeiten mit der alten Liturgie  und Ritualen  in der katholischen Kirche, vor dem 2. Vatikanum, und es gibt Gleichheiten mit dem Islam.
Die liberalen Juden und die nicht gläubigen Juden, sie alle zeigen wie jüdisches All-tagsleben liebenswert ist, ohne  einen Anspruch zu wollen," wir sind das Volk zu dem Gott als erstes gesprochen hat", das wird zwar in den großen Fürbitten der katholischen Kirche einmal im Jahr gebetet, aber Toleranz und Akzeptanz in allen Religionen ist für unser heutiges Leben so wichtig.


Bildergebnis für foto kostenlos new york brooklyn     Quelle: Amazing.Pict.com ©

sonntagsgrüße ::))

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Kommentare

  1. Dieses Buch hatte ich auch schon auf meiner Liste. Jetzt erst recht
    Lieben Gruß
    Andrea

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  2. Eine interessante Person, ich habe sie schon öfter im Radio gehört. Auch sie ein Beispiel dafür, wie Religion missbraucht wird, Menschen in Ihrer Lebendigkeit zu brechen. Da ich das selbst erlebt habe, ist auch mein großer Skeptizismus gegenüber allen Religionen entstanden und ich kann Deborah Feldmann wie so viele "Apostaten" gut verstehen.
    Gut finde ich, dass du hier auf das Buch hinweist.
    LG
    Astrid

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  3. Liebe Heide,
    du schriebst das, was ich selbst schon bei einer Freundin, die ebenfalls jüdischen Glaubens ist, erlebt habe.

    Und als ich die Synagoge in Stuttgart besucht habe, gab der dortige Rabbi den Frauen nicht mal die Hand zur Begrüßung.
    Ich habe noch nie so etwas erlebt und vor allem nicht diese Erniedrigung eine Frau zu sein.

    Man schreibt der Koran sei grausam, schaut man sich aber das alte Testament an, nach dem die Jugen ja leben, dann erfährt man auch hier einiges.

    Weiter möchte ich mich dazu nicht äußern. Sicherlich ein interessantes Buch, vielen Dank für das Vorstellen.

    Mit lieben Grüßen Eva

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