80 Jahre Novemberpogrom

Während der Reichspogromnacht am 9. Novemer 1938 und in den Tagen danach wurden in ganz Deutschland Juden verfolgt, misshandelt und getötet.
Die Nazionalsozialisten setzten zahlreiche Synagogen in Brand und zerstörten jüdische Wohnungen und Geschäfte und Büros.
Auch 80 Jahre danach gibt es nur Schätzungen zu den Todesopfern im gesamten damaligen Reichsgebiet. NRW hat als erstes Bundesland auf Basis einer wissenschaftlichen Studie die tatsächlichen Todeszahlen ermittelt
Bisher war die Zahl 91 im Umlauf, auch in Geschichtsbüchern stand diese Zahl, und die Pogromnacht wurde heruntergestuft als seien < nur< die Gebäude in Brand geraten.
Diese Zahl wurde von den Nazis  im gesamten deutschen Reich verbreitet.
Viel zu lange wurde von einer Kristallnacht gesprochen, erst danach sprach man von Pogromen.
Die ganze Wahrheit ist bis heute nicht aufgearbeitet.


Mosaiksteine aus der Essener Synagoge  - Foto  Heide Schiffer  ©

Es brannten aber nicht < nur< die Synagogen sondern auch ganze Familien und Lebensgewohnheiten und Wünsche wurden vernichtet.
Selbst in Dörfern wo man sich sehr gut kannte entbrannte Haß und Gewalt
Viele schreckliche Taten fanden die Historiker in NRW beim Lesen von Berichten und Dokumenten in den Archiven.
127 Menschen sind diesem Verbrechen im Pogrom zum Opfer gefallen- das ist nachweisbar.
Heute fragen die Journalisten immer als erstes nach den Opferzahlen.So ist es verwunderlich dass die Zahl des Pogroms nie hinterfragt wurde.
Herr Bastian Fleermann:" das Novemberpogrom ist der prominenstete Unbekannte".Herr Fleermann ist Leiter der Gedenkstätte Düsseldorf


 
 Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstrasse 29


Die Historiker haben herausgefunden das in NRW zehn Menschen ermordet wurden. Weitere zehn starben an den folgen der Angriffe. 42 Menschen nahmen sich das Leben.
Dazu kommen 31 Männer und Frauen die in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen deportiert wurden.Dort starben sie an den Misshandlungen.
Was untereinander geschah ist kaum  zu missachten; Nachbarn Freunde und  Familienangehörige wurden gequält und gefoltert. Die Sprache miteinander nahm schlimme Ausdrücke an und Missgunst wuchs ins UNERMESSLICHE:
Heute ist eine neue Welle der Hetze und des Gedankenguts über Juden wieder auf dem WEg. Schrecklich- unvorstellbar-
"Heute ist erneut ein Trend zur Verrohrung der Sprache festzustellen", sagt Michael Szentei-Heise, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.
Klaus Kaiser von der CDU warnte:"Wir leben in einer Zeit, in der Rassismus,
Antisemitismus und Ausgrenzung wieder Boden gewinnen;"
Da ist es von Nöten das wir eine Antisemitismusbeauftragte haben. Frau Sabine Leutheuser- Schnarrenberger  ist gewählt und sie will sichtbar machen, dass Menschen jüdischen Glaubens in NRW willkommen sind.

 Die Landesregierung hat am Dienstag (06.11.2018) Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), ehemalige Bundesjustizministerin, zur neuen Antisemitismusbeauftragten für NRW ernannt. Das gab die Staatskanzlei am Nachmittag per Twitter bekannt. Sie soll künftig Ansprechpartner für Opfer sein, Vorbeugungsmaßnahmen koordinieren und in einem jährlichen Bericht an den Landtag Empfehlungen abgeben.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) begründete die Ernennung Leutheusser-Schnarrenbergers mit ihrer "enormen Expertise in Fragen von Rechtsstaatlichkeit und Minderheitenschutz". Leutheusser-Schnarrenberger selbst betonte, sie wolle "jeder Religionsfeindlichkeit energisch" entgegentreten und alles tun, "damit Menschen jüdischen Glaubens ihre Religion in Deutschland ohne Angst vor Bedrohung leben können". 


am Dienstagabend ( 6. 11.) gab es im ZDF mit dem Titel ZDF Zeit eine Dokumentation mit Christopher Clark mit dem Titel   Exodus  Antisemitismus in Europa

https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/exodus-antisemitismus-in-europa-100.html


 Synagoge in Köln                               Foto von Heide Schiffer ©
noch mehr Informationen über jüdisches Leben auch  in Köln, gibt es zu sehen und zu erfahren HIER, dem Dokumentationszentrum , ein erschreckendes Zeitgeschehen mitten in Köln, ich empfehle es sehr dort einmal hinzugehen.
sehr lehrreich- hoffentlich schauen es sich mal die < Schreier von A bis F  an.
Vielleicht werden sie dann mal kleinlaut !!!




so ein wichtiges Thema schicke ich zum SAMSTAGSPLAUSCH


Kommentare

  1. Ich habe es bewußt vermieden, darüber zu schreiben. Vergessen dürfen wir es nicht und wenn ich denke, wie der Hass gegen Juden wieder wächst, dann wir mir ganz anders.

    Ich könnte hier einiges schreiben, aber da Adresse und Telefonnummer in meinem Impressum stehen, lasse ich das lieber.

    Gehe mal um ein gewisse Zeit in die Stadt und hier schlägt dir der blanke Hass entgegen.

    Lieben Gruß Eva
    die die Reportage im ZDF gesehen hat und mein Vater war selbst Verfolger des Naziregimes und wurde als Bürgermeister einer württembergischen Kleinstadt seines Amtes 1933 enthoben. In meinem Alten Blog habe ich soviel darüber geschrieben.
    Ich lasse das aber jetzt auch sein.

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, liebe Eva. Ja, das der Haß solche Ausmaße nimmt ist sehr beängstigend und es macht mich wütend wenn die < Jungspunde<, die kaum eine Vorstellung von dem großen Leid haben, wenn diese so wortgewaltig auftreten.
      Für mich eine kaum auszuhaltende Vorstellung wie es in Deutschland witergehen soll
      Gruß zu dir
      heiDE

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  2. Danke für diesen Post. Wir müssen alle immer wieder darauf hinweisen und dürfen uns nicht einschüchtern lassen.
    LG
    Magdalena

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  3. Immer wenn ich solche Berichte lese, dann läuft es mir kalt den Rücken runter. Ich kann mir den Hass, dem Nachbarn gegenüber, den man schon ewig gekannt hat, nicht vorstellen. Gestern haben die noch zusammen einen Kaffee getrunken und am nächsten Tag schleifen sie sie auf die Straße. Und heute? Es brodelt und es sind wieder einige die diesen Hass schüren...

    Trotz allem einen lieben Gruß aus Berlin
    Andrea

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